Fidya und Kaffāra

Fidya und Kaffāra sind zwei Formen von Spenden, bei denen eine Verpflichtung ausgeglichen wird. Während die Fidya eine Ersatzleistung darstellt, ist die Kaffāra eine Strafzahlung für nicht eingehaltene Verpflichtungen. Beide betragen jeweils eine Tagesration an Lebensmitteln, die man an bedürftige Personen spenden muss. Je nach Umstand wird die genaue Menge an Tagesrationen vorgegeben.

 

Fidya

Die Fidya wird von denjenigen entrichtet, die dauerhaft nicht in der Lage sind zu fasten.
Die Gründe dafür sind: 

  • Ein hohes Alter, welches es körperlich nicht mehr zulässt, das Fasten zu ertragen.
  • Eine chronische Krankheit, die gesundheitlich das Fasten nicht zulässt oder durch vorgeschriebene Einnahme von Medikament nicht ermöglicht.*

*Wenn die Medikamente dem Körper durch Impfungen zugeführt werden und die Impfung keine Nährstoffe besitzt, dann gilt dies nicht als ausreichender Hinderungsgrund.

Für jeden nicht gefasteten Tag muss eine Tagesration gespendet werden.

 

Kaffāra

Die Kaffāra entrichtet derjenige, der sein Pflichtfasten im Ramaḍān frühzeitig gebrochen hat oder derjenige, der einen Schwur bzw. ein Eid mit Allāh gebrochen hat. Derjenige, der sein Pflichtfasten abgebrochen hat, leistet die Kaffāra für einen Tag* (bzw. 60 Tage) und fastet diesen Tag nach. Derjenige, der sein Eid mit Allāh gebrochen hat, entrichtet eine Kaffāra in Höhe von 10 Tagesrationen.

*Die hanaftische Rechtschule gibt hier vor, dass man 60 Tage begleichen muss. Dies wird einer Überlieferung entnommen, in der der Prophet Muḥammad, Allāhs Frieden und Segen auf ihm, einem Mann, der sein Fasten mit dem geschlechtlichen Akt vorzeitig gebrochen hatte, anwies 2 Monate am Stück zu fasten oder 60 Bedürftige zu speisen. Die anderen Rechtschulen wenden diese Strafe nicht auf alle Formen des vorzeitigen Brechens an, sondern lediglich auf die in der Überlieferung erwähnte Form durch den geschlechtlichen Verkehr. Zeitgenössische hanafitische Gelehrten schlossen sich dieser Meinung an.

 

Zuwendungsbestätigungen werden für Zuwendungen ab 200,00 Euro ausgestellt, weil die Finanzverwaltung Zuwendungen unterhalb dieses Betrages auch unter Vorlage des Kontoauszuges akzeptiert.